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Infos zu Katsuhiro Otomo's Anime Akira.

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Technik und Herstellung

Cels
Akira Celluloids sind im Umlauf, die meisten allerdings auf Grund ihres Alters und der hohen Nachfrage schon an Sammler verkauft. Es tauchen allerdings hin und wieder Cels auf; Interessierte sollten den amerikanischen eBay Markt besuchen. Diese gehen allerdings für horrende Preise über den Tisch. Auch sind viele 'second hand' Celluloids nicht mehr in bester Qualität, was ebenfalls auf das Alter des Films zurückzuführen ist.

Storyboard
Es ist das Unvermögen des Menschen, ab einer bestimmten Bildfrequenz keine einzelnen Bilder mehr trennen zu können, welches Animationsfilme erst möglich machen. Die Künstler, die Zeichentrickfilme herstellen, müssen dagegen sehr genau die einzelnen Bilder trennen und die Bewegungsphasen erstellen. Je mehr unterschiedliche Bewegungsphasen gezeichnet werden, desto natürlicher und fließender wirkt später die Bewegung. Auch wenn der Computer bereits eine wichtige Rolle bei der Produktion von Zeichentrickfilmen spielt, am Anfang einer Produktion sitzen noch immer Zeichner mit einem weichen Bleistift (2 oder 3B). Zunächst entwerfen sie für den gesamten Film ein Storyboard.
Dieses ist meist recht grob, zeigt die wesentlichen Örtlichkeiten und einige Positionen. Mit dessen Hilfe und der des Drehbuchs werden die Dialoge vorproduziert. Dies kann entweder mit den endgültigen Stimmen, oder von anderen Sprechern als Layout aufgenommen werden. Als Arbeitsgrundlage werden dann die abgefilmten, starren Storyboardzeichnungen mit den dazugehörigen Dialogen vertont. Damit werden wichtige Zeitabläufe festgelegt.

die Vorzeichnung (Genka)... ...und ausgemalt (Cel)

Layout
Jetzt erst beginnt die eigentliche Zeichenarbeit für den Film. Layouter entwickeln Abläufe der einzelnen Szenen, und lösen sie in Einstellungen, Blickwinkel und Perspektiven auf. Sie planen die Hintergründe, die Bewegungen der Kamera, die Anschlüsse zu den übrigen Szenen.

Charaktere
Die einzelnen Zeichenfiguren werden hinsichtlich ihrer Gestalt, Bewegungsmöglichkeiten und Farbgebung entworfen. Es werden Zeichnungen in verschiedenen Positionen angefertigt, um den Phasenzeichnern Richtlinien und Vorschläge für die Animation zu geben.
Professionelle Zeichner entwerfen dann die Bewegungsabläufe zu jeder Handlung. Sie sind es, welche die starren Figurenentwürfe zum Leben erwecken. Die Zeichner, welche die Hauptphasen (Key frames) mit dem Bleistift entwerfen, zeichnen sehr locker und skizzenhaft nur etwa jede dritte oder vierte Bewegungsphase. Dabei ist besonders der Umriss, die Kontur von Interesse, Oberflächen oder Strukturen interessieren in diesem Arbeitsgang noch nicht. Die Phasen werden in einem zeitlichen Ablaufplan (Exposure Sheet) notiert, und die genaue Gesamtlänge und Anzahl der Zwischenphasen festgehalten. Bereits in dieser Arbeitsphase ist es wichtig, den Zeichenfiguren eine fliessende, bogenförmige Bewegung mit auf den Weg zu geben. Die Zeichnungen werden zur Überprüfung der Abläufe gescannt oder mit einer Videokamera aufgenommen und in einem so genannten Line-Test, einem kontinuierlichen Abspiel der Phasen (Rough-Animation), angeschaut.

Zwischenphasen (Inbetweens)
Sind die Bewegungsabläufe gelungen, werden die Phasenzeichnungen zu dem oder den Zwischenphasenzeichnern gegeben, welche der Skizzenreihe die fehlenden Zwischenphasen, die der Phasenzeichner ausgelassen hat, hinzufügen.
Die nächste Station in der Zeichentrickproduktion ist der Cleaner. Ein oder mehrere Zeichner wandeln die skizzenhaften Zeichnungen in klare Linien um und kümmern sich um die Feinheiten der Figuren. Je nach Aufnahmeverfahren werden die Reinzeichnungen entweder auf Papier oder auf transparenter, mit Passer-Lochungen versehener Folie ausgeführt.

Colorierung
Die gereinigten Phasenzeichnungen werden entweder von Hand mit Folienfarbe auf der Rückseite ausgemalt, oder eingescannt und am Computer koloriert. Dabei wird nach einer vorher festgelegten Farbpalette gearbeitet, damit die farbliche Gestaltung der Figuren durch den Film hinweg konstant bleibt. Das Ergebnis sind dann die begehrten Celloloids.

Schatten
Je nach Szene, Raum oder Landschaft werfen die Zeichenfiguren unterschiedliche Schatten. Für jede Szenerie wird durch eine Markierung im Layout eine Lichtrichtung (Sonne, Feuer, etc.) festgelegt. Danach richten sich dann die Zeichner, die für die Schatten zuständig sind.

Hintergründe (Backgrounds)
Für die Hintergründe sind wieder andere Zeichner verantwortlich, die Räume und Landschaften für die Zeichenfiguren erschaffen. Diese werden in mehreren getrennten Ebenen gemalt: Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund. Auf diese Weise bekommen die zweidimensionalen Zeichnungen Räumlichkeit und unterschiedliche Schärfeebenen wie bei Realaufnahmen. Für einen abendfüllenden Film entstehen so mehr als Tausend Hintergrundbilder. Besonders wichtig ist, dass sich die verschiedenen Zeichner auf einen einheitlichen Stil einigen, schließlich soll der spätere Film wie aus einem Guss wirken.

Miyako umringt von 4 ihrer Priester

Aufnahme
Man kann die fertig kolorierten Zeichnungen entweder an einem klassischen Tricktisch mit den Hintergründen kombinieren und abfilmen, oder eben eingescannt per Software zusammenfügen. Ein einfacher Tricktisch besteht aus einem Tisch mit eingelassener Milchglasscheibe, die von unten beleuchtet werden kann sowie einer Säule zur Befestigung einer Trickkamera. Solch eine Kamera ist in der Lage, Einzelbilder, wie ein Fotoapparat mit sehr präzisem Bildstand aufzunehmen. Spezielle Passerstifte neben der Milchglasscheibe stellen sicher, dass die Folien stets exakt übereinander liegen. Durch die Anordnung der verschiedenen Vorder- Mittel und Hintergründe bekommen die Bilder Tiefe. Die heute gebräuchlichere Variante ist die der Computerbearbeitung und späteren Ausbeleuchtung der fertigen Bilddateien. Im Compositing werden die Ebenen zusammengefügt, die kolorierten Phasenbilder eingepasst. Die digitale Arbeit an Zeichenfilmen hat neue Arbeitsweisen zur Folge. Ältere Animationsfirmen können mit den beschleunigten Produktionsprozessen nicht mithalten, neuere Firmen müssen hohe Investitionen in Soft- und Hardware tätigen, die sie später zwingen, ständig Aufträge zu haben, um diese bevor die Technik veraltet ist, amortisieren zu können. Für einen abendfüllenden Zeichentrickfilm arbeitet ein mittleres Zeichnerteam immerhin mehrere Jahre. Für jede Sekunde Film sind 24 Einzelbilder erforderlich.

 

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